Arbeit - Allein zu Haus (2022)

von Malte Itgen


Ist die Arbeit alleine zu Hause ein Fluch oder ein Segen?


Es ist kein Geheimnis, dass die vergangenen 2 Jahre die Arbeitswelt nachhaltig verändert haben und hybride Arbeitsmodelle in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen werden - was auch Elon Musk festgestellt hat (und sich dagegen wehrt?) - zumindest wenn man einer geleakten, internen Email Glauben schenken will.



Einer Studie von McKinsey zufolge werden 2025 20% aller Arbeitskräfte in hybriden Arbeitsmodellen tätig

sein, wobei der Anteil unter den sog. Wissensarbeitern (uns LinkedIn-Usern) mit 30% besonders hoch ist.

Uns allen sind die Vorzüge des Homeoffices - die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, die wahrgenommen verbesserte Arbeitsproduktivität sowie der Zugewinn an Zeit und Arbeitszeit-Flexibilität - aus eigener Erfahrung bestens bekannt. Spätestens bei einem Blick in den eigenen LinkedIn-Feed wird man mit Posts zum tollen neuen Homeoffice-Setup oder Updates aus dem neuen Workation (Mix aus Work + vacation) bombardiert.


Ist wirklich alles so rosig im Homeoffice?


Einer Studie der @Universität Konstanz nach fühlten sich bereits im Frühjahr 2020, also zu Beginn der Pandemie, 20% der Arbeitnehmer einsam und sozial isoliert. Ich durfte die vergangenen Tage in Isolation verbringen (vielleicht kam mir das Thema deshalb in den Sinn) und spätestens jetzt weiß ich ganz genau was mit sozialer Isolation gemeint ist. Vermutlich ergeht es dir nicht anders, falls du das Vergnügen von Isolation oder Quarantäne genießen durftest.


Aber “Spaß“ beiseite: soziale Isolation geht mit schweren Begleiterscheinungen wie Depressionen und Angststörungen einher und ist eine ernstzunehmende, gesundheitliche Gefahr. Was kann ein Arbeitgeber also tun, um seine Angestellten zu unterstützen und der sozialen Isolation entgegenzuwirken?


Fast jeder kann zuhause arbeiten, aber niemand kann zuhause sozialisieren


Nicht umsonst schätzen 38% der Arbeitnehmer am Büro vor allem die Sozialisierung (Quelle). Mit neuen Arbeitsmodellen gehen auch neue Anforderungen an den Arbeitsplatz einher, denn das analoge Gespräch aus der Kaffeeküche lässt sich nicht durch Smalltalk via Zoom ersetzen. Und nach 2 Jahren HomeOffice hat die nächsten Jahre wohl auch niemand mehr wirklich Lust auf Online-Teambuilding à lá Kochkurs und Co....



Das Büro der Zukunft muss mehr bieten als einen Tischkicker


Die Benefits der Zukunft müssen daher nach vor allem Raum für Sozialisierung schaffen, damit Mitarbeiter einen Mehrwert aus dem Office-Anteil ihres hybriden Arbeitsmodells ziehen können und sich gerne im Büro aufhalten (Quelle)


Gemeinsamer Sport ist nachweislich der beste Inkubator für soziale Interaktion, da es Hirnareale anregt (Quelle) und somit stressbedingten Erkrankungen wie BurnOut entgegenwirken kann. Also bucht man als Arbeitgeber einfach einen der gängigen Anbieter für Firmenfitness und alle sind happy? Nein, denn 72% der Arbeitnehmer sind mit dem Fitnessangebot ihres Arbeitgebers unzufrieden (Quelle). Warum? Weil gängige Firmenfitness die Probleme der Nutzer nicht löst.


Wer kennt es nicht: der Arbeitstag ist doch mal wieder länger geworden und obwohl man motiviert ist, schafft man doch nicht den Weg ins Fitnessstudio. So ergeht es 35% der Arbeitnehmer, die sich beruflich zu sehr eingeschränkt fühlen, um Sport zu treiben (Quelle).


Doch wie schafft man es als Arbeitgeber einen Raum für Sozialisierung zu schaffen und Sport anzubieten, den die Angestellten auch ausüben können? Indem man den Sport in Form eines Fitnessstudios oder Yogastudios an den Arbeitsplatz verlagert. Hier können Kollegen gemeinsam eine aktive Mittagspause verbringen oder auch nach Feierabend Sport treiben ohne wertvolle Freizeit mit Fahrtzeit zu vergeuden.